Herbstwanderung von Gelterkinden nach Maisprach am 17.10.2026

Männerriege Möhlin auf Schusters Rappen

Schlechts Wetter, gueti Luune  - Jetzt erscht rächt!“

Auf die Frage, wie diese Wanderung als Film heissen würde, kamen Vorschläge wie „Nebelös im Regen“, „Rainmen“, „Ruinenwanderung“, „Plotschnass“ oder „Schlechtes Wetter, gute Laune“. 

Nach diesem Tag ist klar: Die Filmjury hätte wohl Mühe gehabt, sich für nur einen Titel zu entscheiden.

Um 8 Uhr startete die Männerriege Möhlin vom Bahnhof Richtung Rheinfelden und weiter mit dem Bus nach Gelterkinden. 

Kurz vor 9 Uhr ging es dann los. Der Regen begrüsste uns höflich mit leichtem Nieseln und zeigte im Verlauf des Tages eindrücklich, dass er nicht nur zum Grüssen gekommen war.

Die erste halbe Stunde führte stetig bergauf. Einige behaupten, sie hätten dabei geschwitzt. Aufgrund der äusseren Bedingungen konnte dies allerdings nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Vorbei an grünen Feldern, Bauernhöfen und später durch den Herbstwald wurde fleissig diskutiert. Die Themen reichten von der Weltpolitik über den vergangenen Hitzesommer bis hin zu Krankheiten, Ersatzteilen am menschlichen Körper und bereits erfolgten Reparaturarbeiten. Man könnte sagen: Die Wanderung war gleichzeitig Naturerlebnis, Stammtisch und medizinischer Erfahrungsaustausch.

Auf der Farnsburg angekommen, hätte uns eine grossartige Aussicht erwartet. Hätte. Der Nebel war jedoch der Meinung, dass Spannung wichtiger ist als Panorama und verdeckte konsequent alles, was nach Weitsicht aussah.

Kurz vor dem Zwischenhalt erlebten Regenjacken, Regenschirme und Regenhosen ihr grosses Comeback. Während andere Wandergruppen ihre Ausrüstung im Rucksack spazieren tragen, konnten wir deren Funktion ausgiebig testen.

Besondere Heiterkeit entstand, als unsere Wanderroute die Busstrecke vom Morgen kreuzte. Die Erkenntnis, dass man dem Ziel mit dem Bus zeitweise näher gewesen wäre als zu Fuss, sorgte für einiges Schmunzeln.

Beim wartete dann ein Höhepunkt des Tages: ein hervorragend organisiertes Buffet im Trockenen. Kaffee, diverse klare Getränke, Speckzopf und Äpfel verschwanden in bemerkenswertem Tempo. Plötzlich hellten sich die Gesichter auf, obwohl sich das Wetter weiterhin weigerte mitzumachen.

Frisch gestärkt ging es weiter. Und wie könnte es anders sein: natürlich wieder im Regen.

Das Ziel war das Restaurant zum Kloster in Maisprach. Der Legende nach einst ein Frauenkloster, heute kurzfristig übernommen von rund 40 wetterfesten Männern der Männerriege Möhlin. Ob die ehemaligen Nonnen mit dieser Entwicklung einverstanden gewesen wären, lässt sich heute leider nicht mehr überprüfen.

Dort wurden wir mit feinen Salaten, Wildgerichten, Cordon bleu und Thai-Curry verwöhnt. Kaffee und Dessert bildeten den gelungenen Abschluss eines rundum gelungenen Tages.

Welcher Filmtitel hat nun gewonnen? Wahrscheinlich keiner, oder alle. Denn letztlich blieb vor allem eines in Erinnerung: Trotz Regen wurde viel gelacht, diskutiert, gegessen und angestossen.  Und genau deshalb geht ein ganz grosses Dankeschön an André und die Organisatoren und Helfer. Das Wetter konnten sie zwar nicht bestellen, aber einen gelungenen Tag durchaus.

Fazit:
Es gibt kein schlechtes Wetter. Es gibt nur zu wenig Zwischenhalte mit einer solchen Auswahl an feinen Getränken und feinem Speckzopf.

(FRK)